Ergebnisse und Scheitern der Kreuzzüge


Die Kreuzzüge brachten einen Gewinn, den die Ritter selbst am wenigsten gewollt hatten: Die Christen lernten im fernen Orient die Kultur der Araber kennen, ihre Bauten, ihren Schönheitssinn und ihre Gelehrsamkeit. Und es waren noch keine 100 Jahre nach dem 1. Kreuzzug vergangen, als die Schriften des Aristoteles, schon aus dem Arabischen ins Lateinische übertragen in Italien, Frankreich und Deutschland studiert und gelesen wurde. Das eigentliche Ziel, die Eroberung der heiligen Stätten konnte nicht erreicht werden.

Eine weiter Folge war die Gründung von Ritterorden wie die Templer, Johanniter und der Deutsche Orden.

Die Gründe des Scheiterns der Kreuzzüge lag in der politischen Vielfalt Westeuropas. Die verschieden Nationen hatten zu unterschiedliche Interessen. Einige westeuropäischen Ländern standen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen immer in Gegensatz zu Byzanz. Ohne Hilfe des byzantinischen Reiches und in der gegenseitigen Bekriegung schwächten sich die christlichen Nationen untereinander so massiv, daß die gemeinsamen Unternehmen nicht gelingen konnten. Die Kreuzfahrerstaaten gingen aufgrund innerer Schwächen und wegen des großen islamischen Druckes immer wieder unter.

Die Kreuzzüge waren Expansionsunternehmen der westeuropäischen Feudalherren, welche durch die römische Kirche gesteuert wurden. Der Mißerfolg der militärischen Pilgerfahrten verringert die politische Bedeutung des Papsttums. Das folgenschwerste Ereignis der Kreuzzüge war aber die Schwächung des byzantinischen Reiches. Insbesondere die Eroberung Konstantinopels während des 4. Kreuzzuges durch ein christliches Kreuzfahrerheer schwächte das Byzantinische Reich entscheidend. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen überrannt und ist seither islamisch dominiert.

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