Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Ergebnisse und Scheitern der Kreuzzüge

Das eigentliche Ziel der Kreuzzüge war verfehlt worden. Schließlich wollte man dauerhaft Jerusalem zurückerobern. Hierin war das christliche Heer gescheitert. Dennoch hatten diese Reihe von Kriegen durchaus auch Folgen für Europa und die Christenheit.

Folgen der Kreuzzüge

Die Kreuzzüge brachten einen Gewinn, den die Ritter selbst wohl am wenigsten gewollt hatten: Die Christen lernte in ihrer Folge im fernen Orient die Kultur der Araber kennen, ihre Bauten, ihren Schönheitssinn und natürlich auch ihre Gelehrsamkeit. Und es waren noch keine 100 Jahre nach dem 1. Kreuzzug vergangen, als die Schriften des Aristoteles, schon aus dem Arabischen ins Lateinische übertragen in Italien, Frankreich und Deutschland studiert und gelesen wurde. Insbesondere in der Medizin lernten die Christen einiges hinzu. Schließlich hatte der Islam gerade auf dem Gebiet der Medizin einige Gelehrte hervorgebracht. Zwar beruhte die Medizin der Araber auf den Werken von Galen (Galenos von Pergamon, 129/131-205/215), aber sie hatte sich entscheidend weiterentwickelt. Der Universalgelehrte Abū Alī al-Husain ibn Abdullāh ibn Sīnā (lat. Avicenna) schuf im frühen 11. Jahrhundert den fünfteiligen Kanon der Medizin. Es gab Augenärzte, Medizinschulen und vieles mehr. Es war Wissen angesammelt worden, dass durch die Kreuzzüge eben auch nach Europa schwappte.
Eine weitere Folge war die Gründung von Ritterorden wie die Templer, Johanniter und der Deutsche Orden. Diese Ritterorden überdauerten auch das Scheitern der Kreuzzüge, verlegten sie doch ihre Hauptaufgaben dann nach Europa. So gingen die Templer nicht vor Jerusalem endgültig unter, sondern erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Frankreich. Und sie wurden nicht von islamischen Streitern vernichtet, sondern vom französischen König.

Scheitern der Kreuzzüge

Die Gründe des Scheiterns der Kreuzzüge lag in der politischen Vielfalt Westeuropas. Die verschiedenen Nationen hatten zu unterschiedliche Interessen. Einige westeuropäischen Ländern standen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen immer in Gegensatz zu Byzanz. Ohne Hilfe des byzantinischen Reiches und in der gegenseitigen Bekriegung schwächten sich die christlichen Nationen untereinander so massiv, dass die gemeinsamen Unternehmen nicht gelingen konnten. Und die Kreuzfahrerstaaten gingen aufgrund innerer Schwächen und wegen des großen islamischen Druckes immer wieder unter.

Die Kreuzzüge waren Expansionsunternehmen der westeuropäischen Feudalherren, welche durch die römische Kirche gesteuert wurden. Der Misserfolg der militärischen Pilgerfahrten verringert die politische Bedeutung des Papsttums. Das folgenschwerste Ereignis der Kreuzzüge war aber die Schwächung des byzantinischen Reiches. Insbesondere die Eroberung von Konstantinopel während des 4. Kreuzzuges durch ein christliches Kreuzfahrerheer schwächte das Byzantinische Reich entscheidend. In der Folge ging es unter. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen überrannt und ist seither islamisch dominiert. Heute kennen wir Konstantinopel als Istanbul. Dabei hatte Konstantinopel eine wichtige Pufferfunktion gegen den Islam innegehabt.

Wirtschaftliche Folgen der Kreuzzüge

Die Folgen der Kreuzzüge waren für Europa sicherlich ein kultureller Gewinn. Aber auch wirtschaftlich. Es wurden neue Handelsbeziehungen geknüpft. Vor den Kreuzzügen hatten vor allem Kaufleute aus dem Orient rund um das Mittelmeer Geschäfte gemacht. Schon während der Kreuzzüge entwickelten insbesondere italienische und südfranzösische Städte weitere Handelsbeziehungen. Hierbei profitierte man aber auch wieder vom Niedergang Byzanz (Konstantinopel), schließlich war diese Stadt ein großer Konkurrent der italienischen Städte im Handel gewesen und deswegen auch Ziel des 4. Kreuzzuges geworden.
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