Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Stephanie von Milly

Stephanie von Milly war Herrin von Oultrejordain (Transjordanien, jenseits des Jordan), einer der größten und wichtigsten Herrschaften um das Königreich Jerusalem. Stephanie von Milly gehörte zu den einflussreichsten Frauen im Königreich Jerusalem. Ihre genauen Lebensdaten sind nicht bekannt, sie wird wohl zwischen 1140 (Geburt ihres älteren Bruders Rainer) und 1166 (ihr Vaters Philipp von Nablus schließt sich nach dem Tod ihrer Mutter Isabella den Tempelrittern an) geboren worden sein. Man nimmt an, dass das Geburtsjahr 1145 oder 1155 gewesen sein könnte. Auch ihr Todesdatum ist nicht genau überliefert, sie starb wohl um 1197.

Stephanie von Milly war die Tochter von Philipp von Milly (geboren um 1120, Herr von Nablus 1142-1161, Herr von Oultrejordain (1161-1168), Großmeister des Templerordens (1169-1171) und seiner Ehefrau Isabella. Stephanie war drei Mal verheiratet gewesen.

Stephanie von Milly Ehemänner

In erster Ehe war Stephanie im Jahr 1163 mit Humfried III. von Toron verheiratet worden. Dieser starb 1173. Das Paar hatte zwei Kinder, Humfried IV. von Toron und eine Tochter Isabella von Toron, die den Fürsten Ruben von Armenien heiratete.

Nach dem Tod von Humfried heiratete Sephanie von Milly Miles von Plancy, dieser wurde bereits 1174 ermordet.

1176 heiratete sie dann Rainald von Chatillon, vormals Fürst von Antiochia, der kurz zuvor aus der Gefangenschaft in Aleppo entlassen worden war. Durch diese Heirat gelangte Rainald von Chatillon an die Herrschaft Oultrejordain. Seine neue Position nutzte Rainald allerdings um die muslimischen Karawanen und Pilger zu schikanieren. Er drohte sogar damit Mekka anzugreifen. Mit Rainald hatte Stephanie zwei Kinder: Einen jung verstorbenen Sohn und eine Tochter, Alix, die Azzo VI. von Este ehelichte.

Rainald von Chatillon - Schlacht von Hattin

Seine Übergriffe veranlassten Saladin 1187 zur Invasion in das Königreich. In der Folge kam es zur Schlacht bei Hattin, die größte Niederlage der Kreuzfahrer überhaupt. Rainald starb nach der Schlacht bei Hattin, Saladin soll ihn eigenhändig geköpft haben. Auch Stephanies Sohn aus erster Ehe, Humfried IV. von Toron war nach der Schlacht von Hattin gefangen genommen worden, das Schicksal seines Stiefvaters teilte er nicht. Saladin gab Humfried frei im Austausch gegen die Städte Kerak und Montreal. Diese weigerten sich allerdings sich ihm zu unterwerfen und so schickte Saladin ihren Sohn pflichtschuldigst zurück zu Saladin. Saladin gab Humfried aber nun frei. Kerak und Montreal fielen schließen 1189 an Saladin. Sie waren für die Christen endgültig verloren.

Da Humfried bereits 1192 verstarb wurde ihre Tochter Isabella die Alleinerbin der Stephanie von Milly. Ihre Enkeltochter, Alice von Armenien, gelangte später wieder in den Besitz von Toron.

Hochzeit von Kerak - Bitte an Saladin

Im Jahre 1183 heiratete Stephanies Sohn Humfried in Kerak Isabella von Jerusalem, der achtjährigen Halbschwester des König Balduin IV. von Jerusalem. Zu dieser Zeit erreichte Saladin die Burg und begann seine Belagerung als Reaktion auf die Drohung von Rainald Mekka anzugreifen. Stephanie sandte Botschafter an Saladin und erinnerte ihn an die Freundschaft, die sich entwickelt hatte, als er viele Jahre zuvor Gefangener in Kerak war. Saladin hob die Belagerung zwar nicht auf, war aber damit einverstanden, den Turm, in dem Humfrieds und Isabellas Hochzeit gefeiert wurde, nicht anzugreifen. (Die Belagerung wurde kurz darauf von König Balduin IV., Isabellas Bruder, aufgehoben).

Der Chronist Ernoul schrieb über diese Begebenheit in Kerak:
[Stephanie] sandte Brot und Wein zu Saladin, Schafe und Vieh zur Feier der Hochzeit ihrs Sohnes, ihn daran erinnernd, dass er sie auf seinen Armen getragen habe, als sie ein Kind und er ein Sklave in ihrer Burg war. Und als Saladin diese Geschenke erhielt, war er äußerst erfreut, dankte denen, die sie ihm überbrachten, und fragte, wo die Braut und der Bräutigam sich aufhielten; ihr Turm wurde ihm gezeigt. Daraufhin befahl Saladin der gesamten Armee, die Angriffe nicht auf diesen Turm zu richten.

Ob sich diese Episode so zugetragen hat ist wohl nicht ganz unstrittig. So gibt es wohl keinerlei Hinweise darauf, das Saladin wirklich einmal in Kerak gefangen gewesen war. Eine Lehre war die Belagerung Rainald wohl nicht gewesen, mit den Schikanen gegen Pilgern und Karawanen fuhr er zumindest fort. Was zur Schlacht von Hattin führte.

Stephanie von Milly war eine Zeitgenossin der Eschiva von Bures.
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