Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Constitutio Criminalis Carolina (CCC) Geschichtliche Hintergründe

Geschichtlicher Hintergrund der Carolina

Wie die Bezeichnung Hexenprozess schon ausdrückt, gab es auch einen gesetzlichen Hintergrund. Im Jahre 1532 erließ Kaiser Karl V. die Peinliche Gerichtsordnung Constitutio Criminalis Carolina (CCC), so dass die Prozesse im Namen von Recht und Ordnung geführt wurden. Pein im Sinne von Qual. Nach Kaiser Karl V. wurden dieses erste deutsche Strafgesetz auch Carolina genannt. Grundlage für die Carolina war eine 1507 verfasste Halsgerichtsordnung von Bamberg (Bambergensis genannt) von Johann Freiherr von Schwarzenberg. Bei der Abfassung stand die Hexenlehre der Kirche Pate. Zauberei wurden neben Mord, Totschlag, Räuberei und Brandstift als schweres Verbrechen gestellt. Die Einführung der Carolina schuf die Voraussetzung für die massenhafte Durchführung von Hexenprozessen zwischen 1580 und 1680 in Deutschland. Vielfach wird dieses erste deutsche Strafrecht auch als bürokratischer Terror bezeichnet. Unschuldige Menschen gerieten in die Fänge eines erbarmungslosen, wie ein Uhrwerk ablaufenden Vernichtungsapparates, aus dem es in der Regel kein Entrinnen gab. Jede und jeder musste befürchten, Opfer zu werden.

In der Carolina wurde der sogenannte Ordalprozess, dessen anerkanntes Beweismittel das Gottesurteil (lateinisch ordalium) war, von einem Indizien- und Geständnisprozess abgelöst. Diese Prozessform wurde von der Carolina bis in die letzte Einzelheit geregelt. Das Geständnis der Angeklagten galt fortan als das verlässlichste Mittel der Wahrheitsfindung. Es war die Aufgabe des Richters, auf legale Weise ein Geständnis zu erzwingen und durch Indizien und Nachforschungen die Wahrheit des gestandenen Verbrechens zu erhärten. Die "Carolina" versuchte, mit dem Richter eine unabhängige Instanz einzusetzen. Er war ein von der Obrigkeit beauftragter Beamter mit festem Gehalt, er musste einen Amtseid leisten, und es war ihm verboten, eine Belohnung vom Ankläger zu nehmen.

Die Folter, die auch schon bei früheren Prozessen zur Erzwingung eines Geständnisses angewandt wurde, wurde durch die Carolina gesetzlich bestätigt. Gleichzeitig wurden Regeln für ihre Anwendung festgelegt. Nur beim Vorligen ganz bestimmter Verdachtsgründe (Indizien) durfte gefoltert werden. Ein unter der Folter abgelegtes Geständnis war erst dann gültig, wenn es außerhalb der Folter freiwillig wiederholt wurde. Diese scheinbar humane Regelung brachte dem Angeklagten real nur leider nichts ein, drohte ihm doch beim Widerruf des erfolterten Geständnisses, erneut die Folter.

Die Carolina - Verfahren
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