Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Das Gottesurteil (lateinisch ordalium)

Im Mittelalter wurde das Gottesurteil (lateinisch ordalium) mit den Begriffen iudidium die oder iudicium divinum bezeichnet. Aus dem angelsächsischen sind godes ordal und aus dem mittelniederdeutschen godis oridl überliefert.
Die Geschichte der Gottesurteile reicht weit in die Anfangsphase der menschlichen Zivilisation zurück. So finden sich überlieferte Beschreibungen von Gottesurteilen im 10. Paragraphen des Codex Ur-Nammu, der um 2100 v. Chr. Vom sumerischen König Urnammu von Ur (Mesopotamien) aufgestellt wurde. Dort ist von einem Flussordal, einer Art Wasserprobe die Rede. Auch im Codex Hammurapi aus dem 18. vorchristlichen Jahrhundert findet sich ein Gottesurteil mit Hilfe des Wassers.
Ein Volksglaube war der Glaube an das Zeichen eines höheren Wesens, im Christentum Gott, zugunsten des Unschuldigen. Aus dieser Überzeugung heraus entstanden Eisen-, Feuer- und Wasserproben und andere, die unter dem Namen Gottesurteil bekannt sind (das Duell ist ein modernes Beispiel dieser lange geübten Praxis). Der Gedanke, dass der Unschuldige unterliegen und der Schuldige mit Hilfe teuflischen Machwerks siegen könnte, steht mit dem Glauben an das Gottesurteil in engem Zusammenhang.

Bei der Wasserprobe wurde das Opfer zunächst mit den Daumen an die gegenüberliegenden Zehen gebunden und in einen Fluss oder Teich getaucht. Schwamm der Körper, so war die Hexerei erwiesen, sank er, so galt die Angeklagte als unschuldig (in der Regel ertrank sie dann aber). Da Hexen ja leichter sein mussten, um fliegen zu können, galt das oben schwimmen des Körpers als Indiz für ihre Schuld. Ähnlich der Wiegeprobe, bei dem die Frau gewogen wurde und ihr gemessenes Körpergewicht darüber Auskunft gab, ob es sich um eine Hexe handelte oder nicht.

Die Wasserprobe war ein einseitiges Ordal, der Angeklagte musste sich dem Gottesurteil alleine unterziehen.
Zu den einseitigen Gottesurteilen gehörten neben der Wasserprobe auch die Feuerprobe, das Liegen im Grab unter der Erde, Bahrprobe (bei Morden, mussten die Verdächtigen an der aufgebahrten Leiche vorbei), Hostienordal, über Reliquien gesprochener Reinigungseid u.a. Proben.

Zu den zweiseitigen Gottesurteilen gehörte vor allem der Zweikampf. Dann gab es noch Ermittlungsordal und Abwehrordal.

Die Männer zeigten ein lebhaftes Interesse an der körperlichen Erscheinung der Hexen, und versuchten herauszufinden, woran sie zu erkennen wären - so wie es immer schon danach verlangte, auch andere Frauentypen nach ihrer Erscheinung zu klassifizieren. Die Männer waren sich allgemein darüber einige, dass jede Frau mit einer abweichenden Augenfarbe eine Hexe war. Wo die meisten Menschen, dunkle Augen und eine bräunliche Gesichtsfarbe hatte, brachte man hellblaue Augen mit Hexerei in Verbindung; viele behaupteten auch, rothaarige Frauen seien Hexen.

Dies mag daher kommen, da rothaarige Menschen meistens auch Sommersprossen haben, die - die wie auch Warzen, Muttermale, Pickel, Pockennarben, Zysten, Leberflecken und andere Schönheitsfehler - oft als "Hexenzeichen" angesehen wurden.

Das IV. Laterankonzil verbot im 13. Jahrhundert christlichen Geistlichen die Beteiligung an Gottesurteilen. So verschwanden die Gottesurteile aus dem offiziellen Rechtsleben in Europa und wurden durch weltliche Gesetzgebung und Justiz ersetzt. An die Stelle des Gottesurteils trat in den nächsten Jahrhundert die Praxis der Folter. In den so genannten Hexenproben tauchten die Gottesurteile dann wieder auf. In erster Linie fand die Wasserprobe, aber auch die Feuerprobe noch manchmal Anwendung.
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