Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Der Hexenhammer - Malleus Maleficarum

Im Jahre 1484 erwirken die beiden Inquisitoren und Dominikaner Sprenger und Institoris von Papst Innozenz VIII. einen Erlass, der ihnen die alleinige Zuständigkeit für die Hexenverfolgung erteilt. Aufgrund dieser Vollmacht durften sie gegen Verdächtigte mit Einkerkerung und anderen Strafen nach eigenem Gutdünken vorgehen.

Sie veröffentlichten auf Ersuchen Papst Innozenz VIII. den Hexenhammer, dieser beinhaltet Anweisungen für Hexenprozesse. Sie gingen davon aus, dass Hexerei als Ketzerei zu gelten habe. Sie vertraten die Linie des Großinquisitors von Aragon, Nicolas Eymeric, der 1376 eine umfangreiche Anleitung für Inquisitoren herausgegeben hatte. Der Hexenhammer bestätigte die Zuständigkeit der geistlichen Gerichte in dieser Angelegenheit, folgte aber nicht Bonifazius VII. (1204-1303) ausdrücklichen Befehl, Ketzer und Hexen ohne Aufsehen zu richten.

Im Hexenhammer ist eine komplette Erfassung und Darstellung aller Elemente des Hexenglaubens enthalten, sowie das System der Ausrottung von Zauberei und Hexerei. Hexenglaube und die Vorgänge bei der Behexung von Menschen wurden beschrieben. Weil die Schandtaten der Hexen alle anderen Verbrechen überträfe, müssten alle Hexen ausgetilgt werden. Die Hexen versuchen auf jede Art ihr Ziel zu erreichen, besonders dadurch, dass sie zuerst den Seelenzustand eines Menschen ihrem Vorhaben dienstbar machen. Sie erzeugten Verdruss, Traurigkeit und Erregung der Fleischeslüste, weil in diesem Zustand die Menschen den Werbungen des Teufels am ehesten erliegen würden.

Der Hexenhammer regelte auch das prozessuale Verfahren. Dadurch erfuhren die Hexenprozesse eine kirchen- und zivilrechtliche Bedeutung.

Die Beschreibungen des Hexenhammers waren auf das weibliche Geschlecht ausgerichtet, das negativ herausgestellt wurde.

Der Hexenhammer war eine Mischung aus christlichen Lehren und magischen Überzeugungen, enthielt die Beweise für die Existenz der Hexerei.
Während Eymerics Manuskript nur einer kleinen Gruppe geistlicher Rechtskundiger bekannt war, erfuhr der 1487 herausgebrachte Hexenhammer mehrere Auflagen. Auch Nichtjuristen lasen ihn. Die Druckpresse wurde als modernes Vervielfältigungsgerät benutzt und so die Verbreitung des Werkes gefördert. Vielleicht glaubten die Autoren, durch die Verbreitung des Werkes vielen die Augen zu öffnen, die sich der Gefahr noch nicht bewusst waren, die das Hexenwesen für die Christen darstellte. Der Hexenhammer wurde so zum Leitfaden der Hexenrichter. Aber es wurde übersehen, dass sich das Wesen der Ketzerei und Hexerei seit der Zeit des Großinquisitors Eymeric verändert hatte, und dass die Gefahr einer allgemeinen Auflehnung gegen die Religion nicht abzuwenden war. Der Versuch, die gesamte Opposition gegen die Kirche mit einem Schlag zu vernichten, hatte keinen Erfolgt. Dreißig Jahre nach Erscheinen der Schrift wurde die Hälfte der europäischen Bevölkerung zu Ketzern, und es hätte in keinem christlichen Land genug Holz gegeben, um alle Protestanten zu verbrennen.

Als die Protestanten den Hexenhammer auch für ihre Verfolgungen als grundlegendes Werk anerkannten, wurde klar, dass Reformation und Hexerei nicht in einen Topf geworfen werden konnten. Selbst ein so weitsichtiger Theologe wie Sprenger hätte das nicht voraussehen können.

Aufbau des Hexenhammers

Aufgebaut ist der Hexenhammer in drei Teile:
  1. Was sich bei der Zauberei zusammenfindet (Teufel, Hexer oder die Hexe, die göttliche Zulassung) (mit Begründung der Autoren, warum schon das Leugnen des Hexenglaubens als verwerfliche Ketzerei anzusehen sei und daher jede Kritik selbstmörderisch war).
  2. Die verschiedenen Arten und Wirkungen der Hexerei und wie solche wieder behoben werden können. (Beschreibung der Untaten).
  3. Der Kriminal-Kodex: Über die Arten der Ausrottung oder wenigstens Bestrafung durch die gebührende Gerechtigkeit vor dem geistlichen oder weltlichen Gericht. (konzipiert als praktische Anleitung für die Gerichte und betonung der Vorteile des Inquisitionsprozesses, der weder ein Anklageverfahren noch eine Verteidigung des Verdächtigten erfordert).

Sowohl in protestantischen wie in katholischen Ländern dauerte die Hexenprozesse noch einige Zeit an.
Der Hexenhammer wurde bis 1669 in verschiedenen Sprachen 29 mal aufgelegt.
Inhalte Kreuzzüge | Partnerseiten | Impressum
[Kalenderblatt & Naturkatastrophen] [Leckere Kochrezepte] [Spanien Bilder & News] [Darkover]
[Online Wissensdatenbank]
[Aktuelles aus der Bundesliga] [Aktuelles aus Hamburg]