Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Hexenverfolgung und Inquisition: Römisch-Katholische Kirche und der Hexenglaube

Der Hexenglauben entstand nicht unter dem Einfluss der Kirche, die Entwicklung verlief genau entgegengesetzt. In den ersten Jahrhunderten duldete die katholische Kirche keine Personen, die mit dem Teufel in Verbindung standen oder sich in teuflischen Künsten übten. Sie verurteilten die Häretiker, griff die Manichäer hart an und befahl ihre Vernichtung. Den Hexenglauben leugnete die Katholische Kirche.

Im Jahre 785 verkündete die Heilige Synode von Paderborn: Wer vom Teufel verleitet nach heidnischem Glauben behauptet, dass des Hexen gibt und sie auf dem Scheiterhaufen verbrennt, wird mit dem Tode bestraft. Dieses Dekret wurde von Karl dem Großen bestätigt, seine Anordnung sah vor, dass die Bischöfe alle aus der christlichen Gemeinschaft ausschließen sollten, die an teuflische Magie und den nächtlichen Flug der Hexen glaubten.

Ein Grund dafür, dass die Kirche ihre Haltung gegenüber dem Hexenglauben änderte und seine Existenz eingestand, war die große Verbreitung häretischer Sekten in europäischen Ländern zwischen 1000 und 1200. Diese Häretiker wurden polemisch als Manichäer bezeichnet, obwohl die neuen Gruppen keine inhaltliche Übereinstimmung mit der manichäischen Lehre aufwiesen. In Westeuropa war der Einfluss der manichäischen Gemeinden im 5. Jahrhundert erloschen. Überall entstanden Geheimgesellschaften. Derart in Bedrängnis geraten, nahm die Kirche den Kampf gegen Ketzerei und Zauberei (noch ohne Unterschiede zu machen) auf.
1179 rief das Lateran-Konzil die weltlichen Mächte zur Bekämpfung der Ketzerei auf, und sofort begann eine entsprechende Kampagne. Die bischöflichen Gerichte, die die Inquisition einführten, wurden 1235 endgültig durch ein Breve von Papst Gregor IX. (geboren 1167, Papst von 1227 bis 1241) eingesetzt. Gregor IX. war ein unnachsichtiger Verfolger des häretischen Zweiges der Armutsbewegung. Er reichte die Vollstreckung des Urteils an die weltliche Justiz weiter und führte das Amt des Inquisitors als eines von den lokalen Bischofsgerichten unabhängigen Sonderbeauftragen ein. Einer der eifrigsten Ketzerverfolger, der von ihn eingesetzt wurde, war der in Deutschland tätige Konrad von Marburg, Beichtvater von Elisabeth von Thüringen, die 1235 von Papst Gregor IX auch heilig gesprochen wurde. 1231 führt Gregor IX. selbst eine Inquisition durch, die mit Kerkerstrafen und Todesurteilen endete.

Die Kirche gab das Prinzip der Nichtexistenz von Dämonen und Hexen auf.
Zunächst kommt es zu wenigen Verbrennungen, denn die als Hexen beschuldigten Menschen werden nicht gefoltert und können sich durch Gottesurteil oder durch einen Reinigungseid befreien.

Die Männer der Kirche nährten den Glauben des Volkes, die Hexen seien in ein großes geheimes Komplott unter der Führung des Teufels verwickelt, mit dem das Königreich Gottes auf Erden gestürzt werden sollte. 1409 taucht in einem päpstlichen Dekret erstmals der Begriff „nova secta“ dafür auf. Sie prägten die Vorstellungen der schwarzen Messe, schmückte sie aus und redeten den Laien ein, dass solche Messen häufig stattfanden - obwohl es sich dabei größtenteils um Schwindel handelte, der sich lediglich aus "Pseudo-Aussagen" aus der Folterkammer stützten konnte. Die Inquisition brauchte diese allgemeine Wahnvorstellungen, weil ihre eigentlich Aufgabe mit der Vernichtung der Albigenser, der Waldenser und anderer südfranzösischer Ketzergruppen endgültig erledigt war. Um ihre einträgliche Existenz fortzuführen, brauchte die Inquisition neue Opfer: Der Hexenwahn war die Lösung dieses Problems. Welcher weltlichen Verbrechen man auch immer die Hexen bezichtigte - das Verbrechen, um dessentwillen sie allesamt auf den Scheiterhaufen geschickt wurden, war ein Verbrechen, dessen sie allesamt völlig unschuldig waren, weil sie es gar nicht begangen haben konnten: Das Verbrechen des Paktes mit einem wirklichen Teufel. Und was das geheime Festhalten an einer vorchristlichen Religion anbelangt, dies wurde ein wesentlich höherem Maße durch Heiligenverehrung, Festtage, Reliquien- und Heiligenschreine von der Kirche selbst unterstützt.

So kam es zu einer Zunahme an Hexenverfolgungen. Papst Johannes XXII (1316-1334, geboren 1245 oder 1249) ermächtigte die Inquisition, nun die zu Verfolgen, die Magie betrieben.

Ob die Hexenjagd vor allem aus wirtschaftlichen Gründen vorangetrieben wurde, kann bezweifelt werden. Zwar verloren verurteilte Hexen hier hab und gut, alles, jeder Foltergang musste von dem Opfer selbst bezahlt werden, wenn es vermögend war, aber Hauptauslöser für die Hexenjagden war dies sicherlich nur in wenigen Fällen.
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