Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Die Inquisition in Spanien

Ende des 14. Jahrhunderts entfaltete sich die Inquisition in Spanien. Im Jahre 1478 wird in Spanien die Inquisition eine staatliche Einrichtung unter einem Großinquisitor und ein wichtiges Instrument zu Verfolgung der Maranen, Morisken und Protestanten; zunächst mit der Erlaubnis von Papst Sixtus IV. Der Inquisitionsgerichtshof zog gegen die "Conversos" ins Feld. Nachdem das spanische Königspaar, Isabella und Ferdinand, über die Mauren siegte und die Reconquista abgeschlossen war, bekehrten sich viele Mauren und Juden zum Christentum. Die Könige sahen in diesen Bekehrten, den sog. "Conversos", die sich für keine richtigen Christen hielten eine Bedrohung für den Staat. Durch ihren gesellschaftlichen Aufstieg erweckten sie vielfach Neid. Nachdem noch die Gerüchte verbreitet wurden, sie hingen insgeheim noch den jüdischen Bräuchen an und übten sie auch aus, kam es bald zu Volksaufständen gegen sie. Zur Untersuchung dieses Verdachts kamen die "Conversos" vor die Inquisitionsgerichte. Charakteristisch für die spanische Inquisition war die Autodafés (Glaubensakt). Sie bestand aus der feierlichen Verkündung und der anschließenden Vollstreckung eines von einem Gericht der Inquisition gefällten Urteils (Freispruch oder Tod durch Verbrennen). Das erste Autodafé soll 1481 in Sevilla, das letzte 1815 in Mexiko stattgefunden haben.

Der Papst hatte der Verfolgung der "Conversos" zunächst seinen Segen gegeben, entzog aber bald schon seine Billigung. Der spanische Inquisitor hielt sich nicht an die strengen Regeln des päpstlichen Verhörs und fühlten sich an die päpstlich Autorität nicht gebunden. Mit eine Rolle hat sicherlich die Tatsache gespielt, dass der Papst an den Gewinnen nicht beteiligt wurde. Die Verfolgungen wurden trotzdem fortgesetzt und von König Ferdinand und Königin Isabella gefördert. Ihr Ziel war es, die Neuchristen aus dem öffentlichen Leben verschwinden zu lassen.

Von 1478 bis 1530 waren 91 Prozent der Angeklagten "Conversos". In der Hälfte aller Fälle (ca. 900 allein in Toledo) wurden sie beim sogenannten "Autodafe" zum Tode verurteilt. In Guadalupe waren sogar 82 Prozent der Beschuldigten zum Tode verurteilt worden. Die spanische Inquisition übte ihren Einfluss bis 1820 aus. Der Anteil der "Conversos" nahm mit der Zeit ab, denn die meisten der neuen Christen waren längst emigriert. Zwischen 1721 und 1725 ließ das Kirchengericht noch 160 vermeintliche Juden verbrennen. Die meisten spanischen Ketzer waren aber inzwischen ganz normale Gotteslästerer, Humanisten, "Lutheranos", Bigamisten und Hexen.

Der Inquisitionssekreätr Llorente (1790-92) schätzte in seiner "Geschichte der Inquisition", daß bis zu diesem Zeitpunkt in Spanien hingerichtet worden wären.

Im Jahre 1808 durchsuchten die Soldaten Napoleons ein Dominikanerkloster bei Madrid, sie fanden Folterkammern und Gefangene. Die französischen Truppen jagten draufhin das Kloster in die Luft. Unter Napoleon verliert die spanische Inquisition ihre Macht.

1814 gerät Francisco de Goya ins Visier der Inquisition. Jahre später flieht der Maler, auch aus politischen Gründen, nach Frankreich.

Am 31. Juli 1826 wird in Valencia Cayetano Ripoll hingerichtet. Zuvor war er von der Inquisition zum Tode verurteilt worden. Ripoll ist der letzte hingerichtete Ketzer in Spanien.

Am 15. Juli 1834 wird in Spanien die Inquisition offiziell per Dekret abgeschafft.


Zeittafel der Reconquista in Spanien
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