Zeittafel Inquisition
| 11. Jahrhundert | Die Kirche ist am Höhepunkt ihrer Macht; neue Sekten breiten sich in ihrem Gebiet aus und stellen ihren Alleinvertretungsanspruch in Frage. |
| Im Jahre 1126 | wurde Pierre de Bruys verbrannt, weil er öffentlich verkündet hatte, dass "Gott auf dem Marktplatz genau so gut wie in der Kirche zu finden ist; die Formen und Zeremonien, die so vielen Menschen den wahren Glauben ersetzen, sind völlig unnütz; das Kreuz sollte nicht angebetet werden. ... Die Priester lügen, wenn sie vorgegeben, sie hätten Christi Leib gemacht, und ihn den Menschen zu ihrer Erlösung überreichen." Er war ein Reformtheologe und gründete die häretische Sekte der Petrobrusianer. |
| 1173 | Petrus Waldus stellt die Kirchenautorität in Frage |
| 1184 | Geburtsjahr der Inquisition; Papst Lucius II. veröffentlicht mit Einverständnis des Kaisers Friedrich Barbarossa den Erlass, in dem Bischöfe und Erzbischöfe beauftragt werden, jede Gemeinde ihrer Bistümer zweimal im Jahr persönlich zu besuchen, um zuverlässige Menschen ausfindig zu machen, die mithelfen sollten, Ketzer zu entlarven und diese einem kirchlichen Gericht zuzuführen. |
| 1227 | Die Franziskaner und vor allem die Dominikaner werden durch Gregor IX. beauftragt, die Inquisition durchzuführen. |
| 1252 | Papst Innozenz IV. lässt die Folter zur Wahrheitsfindung zu. |
| 1264 | Die erste Hexenverurteilung fand 1264 statt. Der zunächst gegen die Ketzer geführte Kampf, weitete sich zu einem Feldzug gegen die Hexerei aus. Anfangs waren die beiden Beschuldigten identisch, jede Ketzerei war teuflisch und die der Hexerei für schuldig befunden Personen waren Ketzer. Später unterschied man zwischen diesen beiden Verbrechen, und sie wurden wohl nur gemeinsam behandelt, um das Urteil des Gerichts zu beeinflussten. |
| 1307-1312 | Inquisitionsverfahren gegen die Templer. |
| 1325 | erließ Papst Johannes die Bulle "Cum inter nonnullos". In dieser wurde erklärt, die Behauptung, Jesus und seine Jünger hätten keinerlei Besitz gehabt, sei Häresie. Damit erging an die Inquisitoren die Anordnung, all diejenigen zu verfolgen, die daran festhielten, dass Jesus ein armer Mann gewesen sei. 114 "spirituelle Franziskaner" wurden aus diesem Grund verbrannt. |
| 1478 | Inquisitionsgerichte werden, zunächst mit Billigung des Papstes, in Spanien eingeführt. |
| 1542 | errichtet Papst Paul III. im Zuge der Gegenreformation als oberste Instanz für alle Glaubensgerichte, die "Congregatio Romanae et universalis inquisitionis" (Kongregation für römisches und weltweite Inquisition; kurz Sanctum Officium (Hl. Officium)). Die Inquisition wird daraufhin in fast allen Staaten eingerichtet. |
| 1600 | Der Humanist Giordano Bruno wird öffentlich verbrannt. |
| 1633 | Galileo Galilei muss öffentlich seinen Erkenntnissen abschwören. |
| 18. Jahrhundert | Aufklärung, die Macht der Inquisitoren wird schließlich gebrochen. |
| 1826 | In Valencia (Spanien) wird Cayetano Ripoll hingerichtet, der letzte zum Tode verurteilte Ketzer in Spanien. |
| 1834 | Die spanische Inquisition wird per Dekret, neun Jahre nach Vollstreckung des letzten Todesurteils, abgeschafft. |
| 1992 | Papst Johannes Paul II. rehabilitiert Galileo Galilei posthum. |