Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Dritter Kreuzzug

Dauer Zweiter Kreuzzug: August 1189 bis Juli 1191 bzw. 1192
Ziele: Jerusalem
Ausgang: Vertrag von Ramla zwischen Saladin und Richard Löwenherz. Waffenstillstand von drei Jahren. Jerusalem blieb unter Saladins Herrschaft.
Folgen: Jerusalem kann nicht erobert werden, Pilger erhalten aber Zugang. Eroberungen von König Richard werden bestätigt.

Dritter Kreuzzug Zusammenfassung

Zwischen dem Zweiten Kreuzzug und dem Dritten Kreuzzug lagen gleich mehrere Jahrzehnte. So war der Zweite Kreuzzug im Jahr 1149 nach mehreren Niederlagen der Kreuzfahrer im Heiligen Land zu Ende gegangen. Nach diesem Misserfolg gerieten die Kreuzfahrerstaaten immer stärker in Bedrängnis. Bis zu einer militärischen Reaktion, dem dritten Kreuzzug dauerte es aber, erst 1187 rief Papst Gregor VIII. mit der Bulle Audita tremendi dazu auf. Der Kreuzzug begann dann im Jahre 1189. Zu den drei wichtigen Anführern zählte Friedrich Barbarossa, der Kaiser des römisch-deutschen Reichs. Aber ehe Kaiser Friedrich Barbarossa das Heilige Land erreichen konnte, kam er ums Leben. Weitere Führer waren König Philipp II. von Frankreich sowie König Richard Löwenherz von England. Nur Richard Löwenherz blieb mit dem Kreuzfahrerheer bis zum Ende des Kreuzzuges im Heiligen Land.

Saladins Truppen - aus einem französischen Manuskript von 1337.
Saladins Truppen
Wichtigster und auch mächtigster Gegenspieler der Kreuzfahrer war Sultan Saladin gewesen. Nach dem er seine Feinde im muslimischen Lager besiegt hatte, widmete Saladin sich den Kreuzfahrerstaaten. Mit der Schlacht von Hattin, die von Saladin gewonnen werden konnte, war der Auslöser für den 3. Kreuzzug geschaffen.

Der Kreuzzug begann zwar 1189, die englischen und französischen Kreuzfahrer erreichten aber erst 1191 das Heilige Land. Bald führte nur noch Richard Löwenherz die Kreuzfahrer an, er erkannte schnell, dass eine Eroberung Jerusalems nur einen kurzzeitigen Erfolg bringen würde, da Saladin zu dieser Zeit einfach zu mächtig war.

Der dritte Kreuzzug endete schließlich im Jahre 1192 mit einem Friedensvertrag. Die Eroberung der Stadt Jerusalems durch die Kreuzfahrer gelang allerdings nicht. Immerhin sicherte der Friedensvertrag christlichen Pilgern den freien Zugang nach Jerusalem. Im Vertrag von Ramla wurden außerdem die meisten Eroberungen Richards bestätigt.

Saladin starb 1193. Richard geriet auf dem Rückweg in sein Königreich in Gefangenschaft und es dauerte bis 1194, ehe er aus der Gefangenschaft entlassen wurde.

Dritte Kreuzzug Ursachen

Aufstieg Saladin

Mögliches Porträt von Sultan Saladin, entstand 1185.
Mögliches Porträt von Sultan Saladin
Der Zweite Kreuzzug war gescheitert, in der Folge gerieten die immer noch existierenden Kreuzfahrerstaaten stärker in Bedrängnis. Das Emirat Damaskus wurde zudem 1154 durch Nur ad-Din, dem Emir von Mossul aus der Dynastie der Zengiden erobert. Er verlagerte seinen Hauptsitz nach Damaskus. Im Jahre 1169 wurde Nur ad-Din gegen die Kreuzfahrer aktiv. So schickte er den sarazenischen Feldherrn Saladin und dessen Onkel als Truppenführer eines Feldzuges gegen die Kreuzfahrer nach Ägypten. Der Feldzug hatte Erfolg. Er endete mit der Beseitigung des schiitischen Fatimiden-Kalifats von Kario durch Saladin im Jahr 1171. Saladin ernannte sich zum Sultan von Ägypten und begründete damit die Dynastie der Ayyubiden. Es kam zwar zu schweren Konflikten mit Nur ad-Din, dieser starb aber 1174.

1183 Aleppo
Saladin besetzte nun auch Damaskus und große Teile Syriens. Aleppo, in den Jahrzehnten zuvor ein Zentrum des Widerstands gegen die Kreuzritter, wurde ebenfalls von Saladin eingenommen (1183). Drei Jahre später gelang ihm die Eroberung von Mossul. Saladin hatte seine muslimischen Feinde nun besiegt. Er wandte sich nun den Kreuzfahrerstaaten zu, die sich nun in seiner Umklammerung befanden.

Schlacht bei Hattin und Eroberung von Jerusalem

Nach seinem Aufstieg widmete sich Saladin den Kreuzfahrern. Und so zog er Richtung Palästina. Am 4. Juli 1187 kam es zur Schlacht bei Hattin. Saladin schlug ein Kreuzfahrerheer vernichtend. Beinahe ungehinderte gelang es Saladin dann den Kreuzfahrern Städte wie Akkon zu entreißen. In der Folge eroberte er auch ein Großteil des Königreichs Jerusalem. Nach kurzer Belagerung nahmen Saladins Truppen schließlich am 2. Oktober 1187 Jerusalem selbst ein. Die Bevölkerung wurde teilweise versklavt. Nur wer ein Lösegeld aufbringen konnte, entging dem Schicksal der Sklaverei. Nach der Eroberung Jerusalems kontrollierten die Kreuzfahrer nur noch Tyros, Tripolis und Antiochia. Aber auch diese Orte griff Saladin ab 1188 an.

Bestürzung in Europa

29. Oktober 1187
Die Nachricht Palästinas und der Heiligen Stadt Jerusalem gelange natürlich auch nach Europa. Hier war die Bestürzung groß. Für Papst Urban III. war die Nachricht wohl zu viel, der Pontifex starb. Die Forderung nach einem neuen Kreuzzug wurde lauter und lauter und so dauerte es nur bis zum 29. Oktober 1187 bis Papst Gregor VIII. mit der Bulle Audita tremendi zum Dritten Kreuzzug aufrief. Papst Gregor VIII. starb bereits im Dezember, auch sein Nachfolger Papst Clemens III. rief weiterhin zum Dritten Kreuzzug auf.

Teilnehmer am Dritten Kreuzzug

König Wilhelm II. von Sizilien

Der erste abendländische Herrscher, der zur Tat schritt, war der normannische König Siziliens, Wilhelm II. (Wilhelm II. von Sizilien, auch Wilhelm der Gute, 1153 bis 1189). Er fackelte nicht lange und schickte 50 Galeeren, die erheblich zum Erfolg der Verteidigung von Tripolis beitrugen.

König Wilhelm II. von Sizilien hatte 1177 Johanna Plantagenet, die Tochter Heinrichs II. von England und der Eleonore von Aquitanien, Schwester von Richard Löwenherz, geheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.

Wilhelm hatte zwar schnell auf die Situation im Heiligen Land reagiert, eine Teilnahme am Dritten Kreuzzug blieb dem König aber verwehrt. Er starb 1189 bei den Kreuzzugs-Vorbereitungen.

König Heinrich II. von England

Noch 1187 gelobte auch der englische König Heinrich II. die Teilnahme am Kreuzzug. Allerdings starb Heinrich II. im Juli 1189. Sein Sohn Richard I., besser bekannt als Richard Löwenherz, wurde sein Nachfolger auf dem englischen Thron.

König Philipp II. von Frankreich

Neben Heinrich gelobte auch der französische König Philipp II. bereits 1187 die Teilnahme am Kreuzzug. Philipp und Heinrich befanden sich zu dieser Zeit in einem ständigen Konflikt um die englischen Lehen in Westfrankreich. Der Konflikt blieb auch nach dem Tod von Heinrich auf englischer Seite bestehen.

König Richard I. von England

Richard Löwenherz von Alphonse de Neuville.
Richard Löwenherz
Richard folgte Heinrich auf dem englischen Thron nach. Der Konflikt mit Frankreich blieb und so vereinbarten Richard und Philipp gemeinsam auf Kreuzzug zu ziehen. Die beiden trauten sich eben nicht. Da die Abwesenheit eines Königs in dieser Lage aber als großer Nachteil angesehen wurde, kam wohl nur ein gemeinsamer Aufbruch in Frage. Im Juli 1190 war es dann so weit. Richard und Philipp machten sich auf den Weg ins Heilige Land.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa

Auch Friedrich I., genannt Barbarossa, Kaiser des römisch-deutschen Reiches verpflichtete sich zur Teilnahme am 3. Kreuzzug. Bei seinem Aufbruch in Regensburg soll sein Heer aus 15.000 Teilnehmer bestanden haben. Es war Barbarossas zweiter aber auch letzter Kreuzzug. Schon vor seiner Königsherrschaft hatte Barbarossa von 1147 bis 1149 am Kreuzzug seines königlichen Onkels Konrad III. teilgenommen (2. Kreuzzug).

Beginn des 3. Krezzugs

Das Heer Friedrich I. Barbarossa

Einer der Anführer des 3. Kreuzzugs war Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Dieser brach bereits am 11. Mai 1189 in Regensburg auf. Er stand dem vermutlich größten Kontingent vor, dass jemals ein einzelner Fürst zu einem Kreuzzug beisteuerte, vor. In Friedrichs Begleitung fanden sich einige Vertreter des deutschen Hochadels. Im Vorfeld des Aufbruchs hatte Kaiser Friedrich mit diversen Herrschern über freien Durchzug und Verpflegung für sein Heer auf den Weg ins Heilige Land erfolgreich verhandelt. Das Heer zog auf dem Landweg die Donau entlang. Die Kreuzfahrer wählten die Balkanroute und zogen dann durch Kleinasien.

Mai 1190
Im Mai 1190 kam es zur Schlacht bei Philomelion auf kleinasiatischen Boden. Zwar setzten sich die Kreuzfahrer gegen die Türken durch, es wurde aber schwieriger für sie. Die Landschaft war gebirgig, Lebensmittel wurden knapp. Krankheiten brachen aus. Trotz dieser Hindernisse gewannen die Kreuzfahrer noch die Schlacht bei Ionium gegen die Türken. Man nahm deren Hauptstadt ein und erbeutete Pferde, Lasttiere und Lebensmittel. Danach zog Friedrich Barbarossa mit seinem Heer weiter. Am 10. Juni 1190 stand er kurz vor Seleucia.

Barbarossa ertrinkt
Dann passierte das Unglück, Kaiser Friedrich I. Barbarossa ertrank im Fluss Saleph. Nur ein Teil der bis hierher gelangten Kreuzfahrer setzten die Reise unter Führung von Friedrichs Sohn, Friedrich von Schwaben fort. Ein großer Teil machte sich nach dem Tod Friedrichs Barbarossas auf den Heimweg.

Im Oktober 1190 erreichte der Rest von Kaiser Friedrichs Kreuzfahrerheer die belagerte Stadt Akkon und schloss sich den christlichen Belagerern an. Vor Akkon starb dann am 20. Januar 1191 Friedrich V. von Schwaben an den Folgen einer Malariaerkrankung. Für ihn übernahm Leopold V. von Österreich den Oberbefehl über das restliche deutsche Kontingent.

Philipp und Richard Start in den Kreuzzug

Der französische König Philipp und der englische König Richard zogen zunächst gemeinsam los. Die beiden Armeen trennten sich aber noch in Frankreich wieder. Beide erreichten dann aber im September 1190 Sizilien. Hier hatte nach dem Tod von König Wilhelm II. von Sizilien Tankred von Lecce die Herrschaft übernommen und Wilhelms Ehefrau Johanna gefangen genommen. Johanna war eine Schwester Richards und so eroberte er Messina auf Sizilien und befreite seine Schwester. Das Kreuzfahrerheer überwinterte dann auf Sizilien. Im März 1191 wurde ein formeller Friedensvertrag zwischen Tankred, Philipp und Richard geschlossen und so konnte die Reise in Richtung Palästina weiter gehen. Die beiden Herrscher reisten weiterhin getrennt.

Richard Löwenherz erobert Zypern

Richard hatte kein Glück auf hoher See und so geriet seine Flotte vor Kreta in einen Sturm. Ein Teil der Flotte wurde nach Zypern abgetrieben. Ausgerechnet Richards Kriegskasse war davon betroffen, und auf den Schiffen hatte sich neben seiner Schwester Johanna auch seine Verlobte Berengaria von Navarra befunden. Zyperns Herrscher Kaiser Isaak Komnenos wollte die Notlage ausnutzen, am Ende setzte sich aber Richard militärisch durch. Und so hatte Richard mit Zypern eine reiche Nachscubbasis für seinen Kreuzzug erobert. Zudem belegte er die Inseln mit hohen Sondersteuern und ihm fiel Isaaks Staatsschatz in die Hände. Im Juni 1191 ging es dann aber weiter in Richtung Palästina.

Im Heiligen Land

Philipp landete im April 1191 in Tyros. Im Juni erreichte auch Richard Löwenherz diesen Ort im Heiligen Land. Im Oktober 1190 hatten bereits die übrig gebliebenen deutschen Kreuzfahrer das Gebiet erreicht.

Der Kampf um Akkon

Belagerung von Akkon während des 3. Kreuzzuges.
Belagerung von Akkon.
Philipp und Richard schlossen sich dem Kampf um Akkon an. Die Belagerung war von Guido von Lusignan, ehemaliger König von Jerusalem, im August 1189 begonnen worden. Akkon sollte als Basis für die Wiedererrichtung seines Königreichs dienen. Aber die Verteidiger von Akkon verteidigten sich und auch Saladin griff ein. Und so waren die Belagerer von Akkon von den Truppen Saladins eingeschlossen. Die englischen und französischen Kreuzfahrer brachten nun Bewegung in den Kampf um Akkon. Mit ihren Schiffen konnte die Belagerung von See verstärkt werden. Nun brachen in Akkon Seuchen aus. Die Kreuzfahrer begannen damit die Stadtmauer zu unterminieren, der Einsturz drohte. Die Wasserversorgung war ebenfalls abgegraben worden. Mit Einverständnis Saladins wurde Akkon schließlich am 12. Juni an die Kreuzfahrer übergeben. Für die muslimischen Bewohner der Stadt wurde ein hohes Lösegeld ausgehandelt.

Führer der Kreuzfahrer sind uneins

Nach dem Fall von Akkon wehten über der Zitadelle der Stadt nun drei Banner. Zum einen das Banner des englischen Königs Richard Löwenherz, zum anderen natürlich auch das Banner des französischen König Philipp II. und dann noch das deutsche Banner Leopold V. von Österreich, einem Herzog, der aber nach dem Tod von Friedrich von Schwaben, dem Sohn Kaiser Barbarossas, den Oberbefehl über das deutsche Kontingent übernommen hatte. Da sich Leopold als Vertreter des römisch-deutschen Kaisers ansah, beanspruchte er nicht nur den gleichen Rang wie die beiden Könige, sondern auch den gleichen Anteil an der Beute. Für Richard Löwenherz war Leopold aber bestenfalls ein Herzog und so empörte er sich über die Anmaßung Leopolds. Da auch der militärische Anteil des ziemlich zusammengeschrumpften deutschen Kontingents an der Eroberung Akkons eher unbedeutend gewesen war, verwundert es wohl nicht, dass Richard zur Tat schritt und das Banner Leopold von einem Knappen in den Burggraben werfen ließ. Nach dieser Demütung zog Leopold V. wenig später mit seinen Truppen nach Europa ab. Für Richard sollte dies später Folgen haben, als er auf dem Heimweg vom dritten Kreuzzug nach England den Landweg durch Europa wählte und dort festgesetzt wurde.

Streit unter den Kreuzfahrern

Der Streit unter den Kreuzfahrern hielt aber weiter an. Diesmal ging es darum, wer der zukünftige König von Jerusalem werden sollte. Man einigte sich darauf, dass diese Würde zunächst Guido von Lusignan und nach dessen Tod Konrad von Montferrat (Herr von Tyrus) inne haben sollten. Philipp II. verließ im Juli 1991 schließlich das Heilige Land und die übrigen Kreuzfahrer. Er machte sich auf dem Rückweg nach Frankreich. Ein Großteil seines Heeres blieb bei Richard. Richard Löwenherz war nun der alleinige Oberbefehlshaber über die christlichen Truppen.

Richard lässt Gefangene enthaupten

August 1191
Unterdessen strebte Konrad von Montferrat hinter Richards Rücken einen Separatfrieden mit Saladin an. Etwa die Hälfte der Gefangenen wurde vom französischen Kreuzfahrerkontingent bewacht und von Konrad als Verhandlungsmasse eines solchen Separatfriedens verwendet. Als sich die Zahlung des Lösegeld für die muslimischen Gefangenen verzögerte, ließ Richard Ende August 1191 ca. 2.700 muslimische Gefangene enthaupten. Durch das Massaker an den Gefangenen entschied Richard den internen Konflikt für sich und demonstrierte drastisch seine Entschlossenheit. Saladins Truppen griffen darauf hin die inzwischen instandgesetzten Mauern Akkons zweimal an, wurden aber abgewehrt. Dann zog Saladin seine Truppen zurück, um sie für eine Verteidigung Jerusalems aufzusparen.

Kreuzzug Richard Löwenherz und Geheimverhandlungen

Richard zog nun in Richtung Süden. Am 7. September 1191 kommt es bei Arsuf zur Schlacht mit Saladins Hauptheer. Die Kreuzfahrer kommen zu ihrem ersten Sieg seit Hattin. Von da an mied Saladins Heer die offene Feldschlacht gegen die Kreuzfahrer. Richard feiert weitere Erfolge. Richard versucht zudem eine Einigung durch Heirat. So führte er Verhandlungen mit Al-Adil, dem Bruder von Sultan Saladin über einen Friedensschluss. Gegenstand dieser Geheimverhandlungen war eine Heirat zwischen Al-Adil und Johanna Plantagenet. Dem so vereinigten Paar sollte dann die Herrschaft über das Königreich Jerusalem zugesprochen werden. Eine Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer hätte sich erübrigt.

Da Saladins Bruder nicht zum christlichen Glauben übertreten wollte, scheiterten die Geheimverhandlungen.

Umdenken bei Richard Löwenherz

Richard zog zunächst weiter in Richtung Jerusalem. Dabei stellte er aber fest, dass das Hauptheer Saladins noch intakt war. Damit begann ein Umdenken. Eine Eroberung Jerusalems hätte wohl gelingen können, nur wäre die Stadt wohl kaum auf Dauer zu halten gewesen. Schon weil ein Großteil der Kreuzfahrer nach der Eroberung von Jerusalem ihr Kreuzzugsgelübde als erfüllt angesehen hätten und bald zurück nach Europa gekehrt wären. Damit wäre die christliche Streitmacht stetig geschrumpft. Richard brach nun den Zug nach Jerusalem ab und kehrte zur Küste zurück. Eine unpopuläre Entscheidung. Zumindest bei den einfachen Soldaten und bei den Geistlichen und Chronisten. Mehr Zustimmung erhielt Richard hingegen bei den Adligen. Auf den Seiten der Protestler stand mit Herzog Hugo III. von Burgund, aber auch der Anführer des französischen Kontingents. Er protestierte gegen den Kurswechsel und zog mit der Mehrheit der französischen Kreuzfahrer nach Jaffa.

Januar 1192
Richard marschierte weiter nach Askalon. Askalon wurde im Januar 1192 von Richard besetzt. Er blieb dort bis Juni. Angeblich soll er bei dem Wiederaufbau der von den Muslimen zerstörten Stadtmauer selbst Hand angelegt haben.

Kreuzfahrer und innere Streitigkeiten

Richard wollte den Kreuzzug wohl beenden und zurück in sein Reich kehren. Schließlich hatte ihm in April 1192 die Nachricht erreicht, dass sein jüngster Bruder Johann in England den Thron beanspruchte. Und der französische König Philipp nutzte seine Abwesenheit zu Angriffen auf englische Lehen in Frankreich. Da ein schneller Sieg vor Jerusalem nicht möglich war, strebte Richard nun Waffenstillstandsverhandlungen mit Sultan Saladin an. Zunächst musste er sich aber Bemühen auch im inneren der Christen für Ruhe zu sorgen. Und so kassierte er den gefundenen Kompromiss darüber, dass Guido von Lusignan König von Jerusalem sein sollte und Konrad sein Erbe. Auch weil Guido sich gegen die Barone des Königreichs kaum durchsetzen konnte. Guido wurde der Kreuzfahrerstaat Zypern zum Lehen gegeben, Konrad wurde zum neuen König von Jerusalem gewählt. Noch bevor Konrad von Montferrat zum neuen König von Jerusalem gekrönt werden konnte, wurde er allerdings am 28. April auf offener Straße von zwei Assassinen erstochen. Ob Richard mit den Mördern in Verbindung stand, ist ungewiss. Konrads Nachfolger wurde, mit Zustimmung der Barone und Prälate des Reiches sowie Richards, Heinrich II. von Champagne, der dazu die Witwe Konrads, Isabella, heiratete.

Zur gleichen Zeit blieb auch Saladin nicht untätig. Diesem gelang es mit einem Gegenangriff Jaffa zurückzuerobern. Richard gelang aber die Rückeroberung.

Friede mit Saladin Waffenstillstand

2. Stepember 1192
Am 2. Stepember 1192 kam es schließlich zu einem diplomatischen Abkommen zwischen Richard und Saladin. Saladin bestätigte die Eroberungen Richards an der Küste Palästinas. Allerdings mit Ausnahme der Stadt Askalon. Hier wurden die Befestigungsanlagen wieder geschleift und die Stadt an Saladin übergeben. Wichtigster Punkt beim Vertrag von Ramla war aber, dass christlichenpilgern der freie Zugang nach Jerusalem ermöglicht wurde. Die beiden Herrscher einigten sich zudem auf einen dreijährigen Waffenstillstand.

Vertrag von Ramla

Der Vertrag von Ramla sah vor, dass Jerusalem unter sarazenisch/muslimische Herrschaft blieb. Die Eroberungen Richards an der Küste Palästinas wurden bestätigt (Ausnahme Askalon). Unbewaffnete christliche Pilger sollten fortan freien Zugang nach Jerusalem erhalten. Dazu kam ein dreijähriger Waffenstillstand. Die Bilderhandschrift Corpus Christi um 1240 berichtet vom Friedensschluss zwischen Richard Löwenherz und Saladin.

Ende 3. Kreuzzug

Der 3. Kreuzzug endete am 9. Oktober 1192 als Richard Löwenherz Palästina verließ. Auf der Rückreise nach England wurde Richard dann sein Verhalten gegenüber Herzog Leopold zum Verhängnis. Der König reist ausgerechnet durch Österreich und wurde dort gefangen genommen. Leopold V. lieferte ihn an Kaiser Heinrich VI. aus. Erst nach der Zahlung eines hohen Lösegeldes und Leistung des Lehnseids auf Heinrich wurde Richard 1194 freigelassen.

Dritter Kreuzzug Folgen

Dritter Kreuzzug.
Dritter Kreuzzug
Die Eroberung Jerusalems wurde nicht erreicht. Dafür gelang den Kreuzfahrern die Errichtung des Kreuzfahrerstaates Zypern und die Wiedererrichtung des KÖnigkreichs Jerusalem mit Akkon als neuer Hauptstadt. Das bedeutete eine Erstarkung der Präsenz der Kreuzfahrer im Nahen Osten.
Obwohl sich Saladin damals auf dem Höhepunkt seiner Macht befand, konnte die drohende völlige Vernichtung der Kreuzfahrerstaaten durch den Dritten Kreuzzug verhindert werden.

Eine weitere Atempause für die Kreuzfahrer erfolgte nach 1193. In diesem Jahr verstarb Saladin. Es folgten Wirren um seine Nachfolge und damit natürlich auch eine Schwächung der Gegner der Kreuzfahrer.

Während der Belagerung von Akkon gründeten deutsche Kreuzfahrer zudem eine Bruderschaft zur Krankenpflege. Im Jahr 1198 entwickelte sich daraus der Deutsche Orden mit Sitz in Akkon.

Der Dritte Kreuzzug zeigte deutlich, dass sich die Einzelinteressen der teilnehmenden Herrscher nicht mit der Idee vom gemeinsamen Kampf der Christen vereinen ließen. Das Richard im heiligen Land auf Kreuzzug war, hielt Philipp nicht davon ab, kriegerisch gegen englische Lehen auf französischem Gebiet vorzugehen. Das Richard auf dem Heimweg von einem Kreuzzug war, schützte ihn nicht davor, in Österreich festgesetzt zu werden und lange in Gefangenschaft zu bleiben.

Ab dem Dritten Kreuzzug vertraten viele Kreuzfahrer nun die Ansicht, dass für eine nachhaltige Befreiung Jerusalems von muslimischer Herrschaft zuvor die Eroberung des ayyubidischen Kernlandes Ägypten notwendig sei. Durch die Spannungen mit Byzanz schied zudem der Landweg als möglicher Anreiseweg für ein Kreuzfahrerheer ins Heilige Land faktisch aus. Das Vorbild Friedrich Barbarossas motivierte auch dessen ältesten Sohn Heinrich VI. 1197, seinen Deutschen Kreuzzug zu unternehmen, der wegen des frühen Todes Heinrichs aber ebenfalls scheiterte.

Der nächste Kreuzzug in dieser Region, der Vierte Kreuzzug, begann dann bereits 1202 und endete 1204. Ursprüngliches Ziel dieses vierten Kreuzzugs war auch die Eroberung Ägyptens. Am Ende wurde dann aber das christliche Konstantinopel eingenommen und geplündert.
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