Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Kreuzzug von 1101

Kreuzzug von 1101: Begann teilweise 1100, ging bis 1102.
Teilnehmer: Verschiedene Gruppen aus dem christlichen Europa.
Ziel: Erfüllung von Gelübde, Verstärkung für die Truppen im Heiligen Land.
Ende: Die Christen verloren viele ihrer Schlachten, der Nimbus unbesiegbar zu sein ging damit verloren. Wenige der Kreuzfahrer von 1101 erreichten ihr Ziel.

Nicht in der Zählung der Kreuzzüge eins bis sieben erscheint der Kreuzzug von 1101, der damit zwischen dem 1. Kreuzzug und dem 2. Kreuzzug liegt. Bei dem Kreuzzug von 1101 handelte es sich um einen kleineren Kreuzzug, der aus drei verschiedenen Bewegungen bestand. Diese bildeten sich als eine Reaktion auf den aus christlicher Sicht erfolgreich zu bewertenden Ersten Kreuzzug.

Eine Folge des Ersten Kreuzzugs, der 1099 mit der Errichtung des Königreichs Jerusalem praktisch abgeschlossen war, war der Ruf nach Verstärkung für die christlichen Kreuzfahrer im Heiligen Land. Papst Urban II. selbst war 1099 gestorben, sein Nachfolger, Papst Paschalis II., drängte dann auf einen neuen Feldzug ins Heilige Land.

Kreuzzug für unerfüllte Gelübde

Papst Paschalis appellierte vor allem an die, die zwar bereits das Kreuzzugsgelübde abgelegt hatten, aber nicht aufgebrochen waren und auch an die, die sich zwar auf den Kreuzzug begeben hatten, aber umgekehrt waren, ehe sie Jerusalem erreicht hatten.

Rückkehrer des ersten Kreuzzugs standen unter Druck

Beispiel Stephan von Blois
Diese Rückkehrer hatten in der Heimat mit schweren Gegenwind zu kämpfen. In schlug Verachtung entgegen, der Druck war enorm, in den Osten zurückzukehren. Als Beispiel dient hier Stephans II. von Blois. Dieser war 1098 von der Belagerung Antiochias geflohen, zwei Tage bevor die Kreuzfahrer Antiochia einnehmen konnten. Seine Ehefrau Adela von Blois war über diese Flucht so beschämt, dass sie ihm nicht erlaubte, zu Hause zu bleiben. Stephan von Blois machte sich tatsächlich noch einmal auf den Weg ins Heilige Land und starb dort 1102 nach der Schlacht von Ramla.

Kreuzzug 1101 Erste Teilnehmer brechen auf

September 1100
Im September 1100 war es schließlich so weit. Eine erste große Gruppe Lombarden verließ Mailand. Allerdings waren es zumeist nicht kampferprobte Ritter, sondern im Kampf ungeübte Kleinbauern. Angeführt wurden diese vom Erzbischof von Mailand, Anselm IV. Die Gruppe erreichte das Gebiet des Byzantinischen Reichs und fingen an dieses Gebiet unbekümmert zu plündern. Der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos, der ja bereits Erfahrungen mit dem Volkskreuzzug und dem 1. Kreuzzug gesammelt hatte, ließ die Teilnehmer schließlich in ein Lager außerhalb Konstantinopels eskortieren. Auch dort gaben die Teilnehmer des Kreuzzugs keine Ruhe, sie erreichten die Stadt und plünderten den Blachernen-Palast, ein Palastviertel im Norden von Konstantinopel. Daraufhin ließ Kaiser Alexios die Lombarden auf die andere Seite des Bosporus bringen. Dort in Nikomedia hatten schon die Teilnehmer des 1. Kreuzzugs auf nachfolgende Truppen warten müssen.

Zweiter Trupp trifft in Nikomedia ein

Mai 1101
Im Mai 1101 stieß dann die erste Verstärkung zum Lombarden-Trupp. Diese Gruppe war zwar kleiner aber dafür besser bewaffnet. Sie bestand aus Franzosen, Burgundern und Deutschen. Unter ihnen besagter Stephan von Blois aber auch Stephan von Burgund, Odo von Burgund und Konrad, dem Konstabler des Kaisers Heinrich IV. Unterstützt wurde die Gruppe noch von Raimund IV. von Toulouse. Dieser hatte zu den Anführern des Ersten Kreuzzugs gehört, stand aber nun im Dienst des Kaisers von Byzanz. Raimund von Toulouse wurde zum obersten Anführer des Kreuzzugs von 1101 ernannt. Unterstützung erhielt die Gruppe auch von Kaiser Alexios, der eine Truppe Söldner abstellte.

Kreuzzug setzt sich 1101 in Bewegung

Ende Mai 1101 zog die Truppe dann los. Während die zweite Truppe der Route über Iconium folgen wollten, wollten die Lombarden nach Niksar weiterziehen. Dort wurde Bohemund von Tarent von den Danischmenden festgehalten. Nach der Eroberung Ankaras am 23. Juni und der Rückgabe der Stadt an Alexios, wandten sich die Kreuzfahrer nach Norden, wo sie fast sofort von den Rum-Seldschuken angegriffen wurden. Die Türken schikanierten die Kreuzfahrer wochenlang, eine Gruppe, die Lebensmittel besorgte, wurde im Juli bei Kastamonu vernichtet.

Richtungswechsel – Schlacht von Mersivan

Die Lombarden änderten wieder das Ziel und wandten sich nach Osten. Dort fielen sie in das Gebiet der Danischmenden ein. Nun verbündeten sich die Gegner gegen die Kreuzfahrer und es kam zur Schlacht von Mersivan. Während auf Seiten der Muslime nun Einigkeit herrschte, man hatte aus den Fehlern des 1. Kreuzzugs gelernt, waren die Kreuzfahrer in fünf Gruppen aufgeteilt:
  • Die Burgunder.
  • Raimund und die Byzantiner.
  • Die Deutschen.
  • Die Franzosen.
  • Die Lombarden.

Kreuzfahrer verlieren Schlacht von Mersivan
Die Lombarden bildeten die Vortruppe und wurden geschlagen. Die Petschenegen, die Söldner, die Kaiser Alexios zur Verfügung gestellt hatten, desertierten kurzerhand. Die Franzosen und Deutschen waren gezwungen sich zurückzuziehen und so blieb nur Raimund und seine Truppen. Raimund wurde umstellt, Stephan und Konrad gelang es aber ihn zu retten. Die Schlacht dauerte noch einen weiteren Tag an. Nun wurde das Lager der Kreuzfahrer erobert. Die Ritter flohen. Zurückblieben der unbewaffnete Tross aus Frauen, Kindern und Priester. Diese wurden teils getötet, teils versklavt.

Die Truppe der Lombarden verfügte nicht über Pferde. Und so gelang es den Türken diese aufzuspüren und zu töten.

Anführer zu Pferde können sich retten.
Die berittenen Anführer, darunter Raimund, Stephan von Blois und Stephan von Burgund flohen nach Sinope im Norden. Von dort kehrten sie mit einem Schiff nach Konstantinopel zurück.

Weiterer Trupp Kreuzfahrer um Wilhelm von Nevers

Teil des Kreuzzugs von 1101 war noch ein weiterer Trupp. Kurz nachdem die Lombarden Nicomedia verlassen hatten, gelangte eine weitere Armee an Kreuzfahrern, diesmal unter Führung von Wilhelm II. von Nevers in Konstantinopel ein. Die Nivernaiser hatten den Seeweg von Bari aus über die Adria gewählt und waren ohne Zwischenfalle durch das Byzantinische Reich gezogen. Wilhelm II. von Nevers versuchte das erste Kreuzfahrerheer noch einzuholen, man verpasste sich aber immer wieder. Die Nivernaiser belagerten erfolglos Iconium. Bei Herakleia geriet der Trupp im August 1101 dann in einen Hinterhalt Klij Arslans. Dieser hatte eben die Lombarden in Mersivan geschlagen und widmete sich nun erfolgreich den Nivernaisern. Die ganze Truppe Wilhelms wurde mit wenigen Ausnahmen ausgelöscht. Nur Wilhelm von Nevers und wenigen seiner Männer gelang die Flucht. Wilhelm von Nevers floh nach Tarsus. Von dort gelangte man nach Antiochia. Wilhelm von Nevers kehrte alsbald in seine französische Heimat zurück. Er lebte noch bis 1146.

Franzosen und Bayern

Es gab noch einen weiteren, dritten, Teil, der sich am Kreuzzug von 1101 beteiligte. Kurz nach dem Wilhelm II. Konstantinopel verlassen hatte, der selbst ja schon das erste Kreuzfahrerheer verpasst hatte, traf nun eine weitere Armee dort ein. Diese stand unter dem Befehl von Wilhelm IX. Von Aquitanien, Hugo von Vermandois und Welf IV. Von Bayern. Zur Truppe gehörte auch Ida von Österreich, die Mutter Leopolds III. Von Österreich. Der dritte Truppe hatte auf dem Weg durch das Byzantinische Reich mal wieder geplündert und mit Söldnern des Kaisers von Byzanz Gefechte geführt.

Ida von Österreich
Dieser dritte Trupp teilte sich bereits in Konstantinopel in zwei Teile auf. Der eine Teil reiste direkt per Schiff nach Palästina. Unter ihnen war auch der Chronist Ekkehard von Aura. Der Rest nahm wie die Kreuzfahrer zuvor den Landweg. Auch dieser Truppe geriet dann im September in einen Hinterhalt und wurde vernichtend geschlagen. Wilhelm und Welf entkamen. Hugo von Vermandos wurde verwundet. Die Überlebenden erreichten schließlich Tarsus, dort starb Hugo am 18. Oktober. Ida von Österreich hatte sich dem Trupp auf dem Landweg angeschlossen. Sie verschwand während des Hinterhalts. Man nimmt an das sie getötet wurde. Der Legende nach wurde sie allerdings gefangen genommen und sei die Mutter des Zengi gewesen, der ein bedeutender Feind der Kreuzfahrer in den 1140er Jahren war.

Teile der Kreuzfahrer erreichen Jerusalem

Die Überlebende der Truppe, die den Landweg gewählt hatte, sammelte sich in Tarsus. Zu ihnen stieß später auch Raimund von Toulouse, der das Kommando übernahm. Mit der Hilfe Genuas gelang es der Truppe Tortosa zu erobern. Langsam wandelte sich der Zweck der Reise von nun an von einer Kreuzfahrt zu einer Pilgerreise. Ende 1101 erreichte man Antiochia. Ostern 1102 schließlich Jerusalem.

Rückkehr nach Europa

Viele der Truppe kehrten von Jerusalem nach Hause zurück. Ihr Gelübde hatten sie schließlich erfüllt. Einige schlossen sich aber König Balduin I. An, der das Land gegen eine ägyptische Invasion bei Ramla verteidigte. Bei der Schlacht von Ramla starb auch Stephan von Blois. Ebenfalls den Tod in Ramla fand Hugo VI. von Lusignan, der allerdings als Ahnherr der späteren Dynastie Lusignan in Jerusalem und Zypern Spüren in der Geschichte hinterließ. Ebenfalls im Land blieb Joscelin von Courtenay, er wurde 1118 Graf von Edessa.

Kilij Arslan

Kilij Arslan, der die verschiedene Teile der Kreuzfahrertruppe in Hinterhalten aufgerieben hatte, verlegte nach seinem Sieg seine Hauptstadt nach Iconium. Die Niederlage zeigte der muslimischen Welt außerdem, dass die Kreuzfahrer zu schlagen waren. Die Niederlage förderte natürlich auch die Uneinigkeit im christlichen Lager, schließlich machten sich Kreuzfaher und Byzantiner gegenseitig für die Niederlage verantwortlich. Kilij Arslan ging aus dem Kreuzzug von 1101 gestärkt hervor. Und da dieser den Landweg durch Anatolien nun beherrschte blieb als einzig offene Route ins Heilige Land nun der Seeweg. Davon profitierten nun die italienischen Städte.

Gestärkt wurde auch das Fürstentum Antiochia (Kreuzfahrerstaaten). Da es keine sichere Straßenverbindung zwischen Konstantinopel und Antiochia gab, konnte Tankred, der für seinen Onkel Bohemund regierte, seine Macht festigen.

Zwar versuchten auch die Truppen des 2. Kreuzzugs Anatolien zu durchqueren, man erlitt ein ähnliches Schicksal wie die Männer und Frauen des Kreuzzug von 1101.

Siehe auch Zeittafel der Kreuzzüge.

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