Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Deus lo vult - Gott will es

1095, die Synode von Clermont tagt. Die Menschen sind aufgeregt, denn während der Synode verbreitet sich das Gerücht, es solle eine große Ankündigung geben. Es strömen so viele Menschen herbei, dass man sich schließlich am 27. November 1095 auf einem Feld vor der Stadt trifft.

Hier hält Papst Urban II. seine Predigt in der er zur Befreiung Jerusalems aufruft. Ob die Menschenmenge auf diese Predigt tatsächlich mit den Worten Deus lo vult (spätlateinisch für Gott will es!) antwortete, ist nicht unumstritten. Es gibt wohl nur eine einzige Quelle, die des Robert von Reims (1055-1122), die davon berichtet, dass bereits in Clermont der Schlachtruf Deus vult gerufen worden sein.

Nach der Predigt nahmen auch, wohl abgesprochen mit Papst Urban II., die ersten das Kreuz. Die Rede während der Synode von Clermont ist eine Art Startschuss für den ersten Kreuzzug. Jerusalem sollte befreit werden, für die einzelnen Teilnehmer an diesem ersten Kreuzzug war es eine Möglichkeit, ihre Sünden zu büßen. So versprach Papst Urban einen Ablass für alle, die nicht wegen Geldes oder Hoffnung auf Ehre die im Heiligen Land befindlichen Pilgerstätten befreien würden.

Der Ausdruck Gott will es zeigt wie groß das religiöse Sendungsbewusstsein Ende des 11. Jahrhunderts gewesen sein muss. Zum Erreichen der Ziele wurde dabei auch auf Gewalt gesetzt. Man glaubte an einen gerechten Krieg zur Verteidigung bzw. Rückeroberung durch militärische Gewalt. Gebiete, die aus Christensicht widerrechtlich besetzt waren. Der Krieg bzw. der Kreuzzug wurde dabei nicht nur als gerecht angesehen, nein er war gottgewollt.

Der Kreuzzug als Krieg der Papstkirche wurde, so soll es der Ausruf Deus lo vult vermitteln, in der Stellvertreterschaft Gottes geführt.

Kritik an Deus lo vult

Immerhin gab es bereits damals so etwas wie Widerstand gegen diese Ansichten. Radulfus Niger (geboren vor 1146, gestorben um 1200, englischer Theologe und Jurist) übte biblisch begründete Kritik an den Kreuzzügen. Er wandelte den Aufruf Deus lo vult auch in Deus non vult - Gott will es nicht um.

Deus lo vult, in großen lateinischen Buchstaben, wurde auch zum Wahlspruch des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
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