Kreuzzüge in der Geschichte

Kreuzzug, Inquisition, Hexenverfolgung

Papst Urban II.

Papst Urban II. war zwar nicht der erste Papst, dem die Idee mit einem Kreuzzug ins Heilige Land kam, er setzte diese Idee aber in die Tat um.

Urban war im Jahre 1088 zum Papst gewählt worden. Geboren war Bischof Otto von Ostia um das Jahr 1035. Der Papst starb bereits am 29. Juli 1099, knapp zwei Wochen zuvor hatte das christliche Kreuzfahrerheer auf dem 1. Kreuzzug Jerusalem erobert.

Zum ersten Kreuzzug in der Geschichte rief Papst Urban II. Am 27. November 1095 während der Synode im französischen Clermont auf. Angeblich war bereits bei diesem ersten Aufruf das spätere Motto der Kreuzzüge Deus lo vult! (Gott will es) geprägt worden.

Leben vor der Wahl zum Papst

Es gibt verschiedene Schreibweisen für den Namen, den Papst Urban II. mit seiner Wahl zum Oberhaupt der Christen im abendländischen Europa ablegte: Odo de Chatillon, Odo de Lagery oder Eudes de Châtillon, bekannt aber auch als Eudes de Lagery, Otto von Lagery, Otto von Chátillon und eben auch als Bischof Otto von Ostia.

1088 Wahl zum Papst.
Geboren wurde Eudes um das Jahr 1035 herum. Er entstammte einer Adelsfamilie aus Châtillon-sur-Marne und besuchte die Kathedralsschule in Reims. Dort war der Gründer des Karthäuserordens, Bruno von Köln, sein Lehrer. Eudes steigt bereits in seiner Heimat in der Kirchenhierarchie auf. Später zeiht es in nach Rom. Im Jahre 1078 wird Eudes dann von Papst Gregor VII. Zum Kardinalbischof von Ostia und Velletri ernannt. Ab 1982 dient er für drei Jahre der Kurie als päpstlicher Legat in Deutschland und Frankreich. Dabei wird Eudes einer der engsten Vertrauten von Papst Gregor. Gregor stirbt 1085. Es folgt Papst Viktor III., dem aber nur wenig Zeit auf dem Papststuhl vergönnt ist, er stirbt 1087 und am 12. März 1088 wählt die Konklave in Terracina Eudes zum neuen Papst. Dieser nimmt den Namen Urban II. an. Wahrscheinlich war er zu diesem Zeitpunkt ca. 53 Jahre alt.

Papst Urban

Schon zu Zeit von Papst Gregor VII. gab es mit Wilbert von Ravenna einen Gegenpapst, Papst Clemens III. Dieser genoss die Unterstützung des Kaisers, Heinrich IV., mit dem der Papst im Investiturstreit lag, und hielt sich bis 1100. Anhänger hatte der Gegenpapst u.a. in Deutschland und Oberitalien aber auch in England, Ungarn und Kroatien.

Zwar gelang Papst Urban II. der eine oder andere Schachzug, so arrangierte er die Heirat der Mathilde von Tuszien mit Welf V., dem Sohn des abgesetzten Herzogs von Bayern Welf IV. Die ehe hielt nur bis 1095. Damit konnte Urban Süddeutschland und Norditalien binden, beides eben auch traditionelle Gegner des Kaisers. 1089 hob Urban zudem den Bann gegen den byzantinischen Kaiser Alexios I. Auf. Die gespannten Beziehungen zu Byzanz verbesserte dies zwar, aber vor Ort brachte Urban dies wenig ein und so gewann Gegenpapst Clemens in dieser Zeit auch in Rom die Oberhand. Urban floh nach Süditalien.

In dieser Zeit befand sich Heinrich IV. auf seinem zweiten Italienfeldzug, der bis 1097 dauern sollte. Die Truppen Mathildes brachten in bei Canossa dann eine empfindliche Niederlage bei, Urban nutzte die Gunst der Stunde und reaktivierte den Lombardischen Städtebund gegen den Kaiser. Auch dessen Sohn Konrad wechselte 1093 auf die Seite des Papstes über. Konrad wurde in Mailand zum König von Italien gekrönt, dem Papst gelang es noch im gleichen Jahr wieder nach Rom zurückzukehren und er exkommunizierte erst Heinrich IV. und 1095 auch noch König Philipp I. von Frankreich. König Philipp hatte seine Frau verstoßen, immerhin einigte man sich bald und so war Philipp bereits wieder 1096 in die Kirche aufgenommen worden. Heinrich blieb zeitlebens gebannt.
Weiteres Konfliktpotential gab es für Papst Urban in England. Dort weigerte sich Anselm von Canterbury sich durch König Wilhelm II. von England investieren zu lassen und wurde in der Folge aus dem Land verwiesen. Einen weiteren Investiturstreit wie mit Kaiser Heinrich IV. Wollte sich die päpstliche Kurie zu diesem Zeitpunkt aber wohl nicht leisten, man versuchte den Konflikt zu begrenzen.

In dieser Situation erschienen Gesandten des byzantinischen Kaisers Alexios I. Sie berichteten, reich ausgeschmückt von den Bedrohungen durch die Seldschuken. Um die Waffenhilfe der lateinischen Christen gegen die Muslime zu erlangen, wurden auch Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der beiden Kirchen angeboten. Die Bedrängnis der Byzantiner wurde in einem Brief des Alexios an Robert von Flandern bestätigt. Manche Historiker vermuten, dies habe Urban den entscheidenden Anstoß zu seinem Aufruf zum Ersten Kreuzzug gegeben, der am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont an die französischen Ritter erging.

1095 Synode von Clermont - Aufruf zum 1. Kreuzzug
Bereits im Vorfeld des 27. November 1095 gab es Hinweise darauf, dass Papst Urban II. Plante auf der Synode ein Ereignis von großer Bedeutung für die Christenheit verkünden zu wollen. Und so strömten tausende Menschen in Clermont zusammen, so dass die Verkündung schließlich vor dem Osttor der Stadt stattfinden musste.

Gott will es

Papst Urban hielt eine mitreißende und leidenschaftliche Rede. Das Leiden der Christenheit im Osten, die Misshandlungen durch die Andersgläubigen dort wurden wohl stark ausgeschmückt, und so verfehlte der Aufruf zur Notwendigkeit der Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem nicht sein Ziel. Ob schon hier das spätere Motto der Kreuzzüge Gott will es! geprägt wurde ist nicht ganz unstrittig. Die Chronisten widersprechen sich hier, es gibt auch keine genaue überlieferte Fassung der Papstrede. So gibt es auch Chronisten, die eine Forderung nach der Befreiung Jerusalems nicht erwähnen. Vielleicht nahm Papst Urban das Ziel Jerusalem erst später mit auf, und gab damit dem Willen des Volkes nach, die Heilige Stadt wieder den Christen zugänglich zu machen.

Der erste der das Kreuz nahm und später auch zum Führer des ersten Kreuzzugs ernannt wurde war Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy. Das der Bischof nach dem Aufruf vor dem Papst niederknien sollte und um die Erlaubnis bitten sollte, ziehen zu dürfen, war zuvor abgesprochen worden. Viele andere der Anwesenden folgten dem Bischof. Papst Urban beließ es nicht bei der einen Synode sondern wiederholte seinen Aufruf zum Kreuzzug noch in Tours und Rouen.

Motivation Aufruf 1. Kreuzzug

Wie so oft gab es verschiedene Motivationen zum Kreuzzug in Gottes Namen aufzurufen. Zum einen wollte der Papst den Ostchristen zur Hilfe kommen und natürlich war auch die Rückeroberung des heiligen Landes und Jerusalem ein wichtiges Ziel.

Nicht unwahrscheinlich aber, dass der Papst mit seiner geschickten Inszenierung durchaus auch im Sinn hatte seinen Einfluss zu stärken und gar auszuweiten. Die Kirche als Ziel gebende Ordnungsmacht im katholischen Europa, die Zeit dies zu erreichen war günstig, schließlich waren die Herrscher oft zerstritten. Das auch noch die Wiedervereinigung der katholischen Kirche mit der oströmischen winkte dürfte den Papst zusätzlich motiviert haben.

Sollten dies die Pläne von Papst Urban II. gewesen sein, hatte er nicht gänzlich Erfolg. Die Kreuzzugsbewegung entwickelte eine Eigendynamik, die kaum noch von Seiten der Päpste kontrolliert werden konnte. Und auch die Wiedervereinigung der beiden Kirchen scheiterten.

Der 1. Kreuzzug selbst

Mit seinem Aufruf zum Kreuzzug hatte Urban durchaus auch Erfolg. Der Kreuzzug war ein Ziel, der vor allem die in Streitereien untereinander verstrickten französischen Adeligen zunächst einte. Das Papst Urban außerdem einen Gottesfrieden propaierte und so Fehden wirksam begrenzt wurden, dürfte den Machtanspruch des Papstes genutzt haben.

Lebensende Papst Urban II.

Zunächst setzte sich der sog. Volkskreuzzug in Gang, der allerdings schnell scheiterte. Der 1. Kreuzzug selbst war erfolgreicher (aus christlicher Sicht), es entstanden mehrere Kreuzfahrerstaaten und am Ende wurde auch Jerusalem durch ein christliches Heer erobert. Die Eroberung von Antiochia im Jahr 1098 hat Papst Urban II. Noch miterlebt, sicherlich auch noch den Beginn der Belagerung von Jerusalem durch die Kreuzfahrer. Zwar konnte Jerusalem bereits am 15. Juli 1099 erobert werden, die Nachricht dürfte den Papst aber kaum noch erreicht haben. Er starb zwei Wochen später am 29. Juli 1099. Zu diesem Zeitpunkt war Adhemar de Monteil, der Bischof, der auf der Synode von Clermont als erstes um die Erlaubnis gebeten hatte, das Kreuz nehmen zu dürfen, bereits länger tot. Adhemar de Monteil, der der geistliche Führer des Ersten Kreuzzugs gewesen war starb bereits am 1. August 1098 in Antiochia, knapp drei Jahre nach dem ersten Kreuzzugsaufrufs des Papstes.

Papst Urban II. wurde im Jahre 1881 von Papst Leo XIII. selig gesprochen.

Siehe auch: Zeittafel Kreuzzüge
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